Die Entstehungsgesichte: Eine Mammutaufgabe

Papst Johannes Paul II. bei der Übergabe des Martyrolgiums am 18.11.1999 im Vatikan (v.l.n.r.: Papst Johannes Paul II., Weihbischof F. Eisenbach, Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz K. Lehmann; Prälat H. Moll)
Papst Johannes Paul II. bei der Übergabe des Martyrolgiums am 18.11.1999 im Vatikan (v.l.n.r.: Papst Johannes Paul II., Weihbischof F. Eisenbach, Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz K. Lehmann; Prälat H. Moll)

"In unserem Jahrhundert sind die Martyrer zurückgekehrt, häufig unbekannte, gleichsam 'unbekannte Soldaten' der großen Sache Gottes. Soweit als möglich dürfen ihre Zeugnisse in der Kirche nicht verloren gehen. Wie beim Konsistorium empfohlen wurde, muß von den Ortskirchen alles unternommen werden, um durch das Anlegen der notwendigen Dokumentation nicht die Erinnerung zu verlieren an diejenigen, die das Martyrium erlitten haben."

Mit diesen Worten in seinem Schreiben "Tertio millennio adveniente" vom 10. November 1994 lenkte Papst Johannes Paul II. den Blick auf eine bis dahin kaum wahrgenommene Realtiät der Kirche, die sich auf den Weg machte, die Schwelle zum dritten christlichen Jahrtausend zu überschreiten. Das zu Ende gehende 20. Jahrhundert war nicht allein das Jahrhundert, das von den schrecklichen menschenverachtenden Ideologien des Nationalsozialismus und des Kommuismus verwüstet worden war. Unzählige Männer und Frauen hatten um ihres Glaubens willen Verfolgung und Tod erlitten und waren zu Zeugen Christi geworden. Ihr Zeugnis sollte dem Vergessen entrissen werden.

Auf Initiative des damaligen Erzbischofs von Köln Kardinal Joachim Meisner beauftragte die Deutsche Bischofskonferenz den Kölner Diözesanpriester Prälat Prof. Dr. Helmut Moll mit der von Papst Johannes Paul II. gewünschten Dokumentation. Prälat Moll erwies sich als Historiker und durch seine Tätigkeit an der Glaubenskongregation in Rom und Mitarbeit in der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen als gut vorbereitet für die große Aufgabe.

Ohne eine Vorlage, auf die hätte zurückgegriffen werden können, begann Prälat Moll das Material zu sammeln. Ihm wurden Ansprechpartner aus jeder Diözese und den Ordensgemeinschaften an die Seite gestellt. Darüberhinaus trugen Historiker und andere Fachleute weitere Lebensbilder zusammen. Etwa 160 Fachleute arbeiteten unter der koordinierenden Hand des Prälaten. Schnell wurde deutlich, dass zwei Bände erscheinen würden, um das gesammelte Material historisch wissenschaftlich verantwortlich präsentieren zu können.

Rechzeitig zum großen Jubiläum des Jahres 2000 konnte der damalige Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Karl Lehmann mit dem Koordinator Prälat Moll die erste Ausgabe des deutschen Martyrologiums Papst Johannes Paul II. am 18. November 1999 in einer Privataudienz überreichen.